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Talk: Fünf Tage ohne Social Media

3. März 2016

Es ist zwar schon wieder ein bisschen her aber ich wollte euch noch von meiner Offline-Woche berichten!

Fünf Tage ohne Social Media und das Fazit ist, dass es keine erwähnenswerten Nebenwirkungen gab. Es gab keine Erleuchtung, keine grundlegenden Veränderungen. Ich denke, das ist okay. Mein Social Media-Konsum scheint nicht so bedenklich zu sein, wie ich zuerst dachte.

Die Welt ist weder leiser noch besser geworden. Ich habe zwar dank meiner Abwesenheit auf Twitter weniger „Non-News“ gelesen und es tat wirklich gut, mal abseits von Online-Portalen wie 20 Minuten oder Watson zu sein. Ich habe dafür wieder etwas bewusster Zeitung gelesen und Radio gehört aber als ich mich dabei fragte, ob mir diese Art von News-Konsumation besser zusagt, konnte ich das irgendwie nicht bejahen. Momentan habe ich ein bisschen Mühe mit der Medienlandschaft allgemein und mir fehlen richtig gute Berichterstattungen (und das Geld für ein NZZ-Abonnement ;)).

Die Welt ist weder leiser noch besser geworden.

Die Sache ist wahrscheinlich die: Gerade Twitter ist für mich in erster Linie ein zusätzliches Informationsmedium, das bei der Geschwindigkeit unschlagbar ist gegenüber klassischen Medien wie Zeitung oder Radio. Daher wird Twitter auch künftig ein wichtiger Teil meines Alltages sein, weil ich gerne über das Weltgeschehen informiert bin und weil dieses Informiert-Sein auch seinen Beitrag zu meinem Studium leistet.

Einen kleinen Nebeneffekt gab es allerdings: Nach fünf Tagen ohne twittern oder Facebook-Status verfassen, vergeht einem auch die Lust daran. Zumindest ist mir die Lust vergangen. Vielleicht, weil die Worte nach fünf Tage „schweigen“ plötzlich wieder mehr Gewicht haben. Vielleicht, weil ich gemerkt habe, dass sich die Welt in fünf Tagen nicht verändert hat und auch meine Worte daran nichts ändern werden. Ich taste mich gerade wieder etwas heran aber ich twittere zurzeit nicht so regelmässig und auch hier auf dem Blog ist es gerade etwas ruhiger.

Ich fühle mich etwas „Social Media-müde“ und ich denke, dass das auch mit den Geschehnissen in Europa und dem Rest der Welt zu tun hat. Wir führen momentan Diskussionen über menschliche Tragödien, als ob irgendjemand das Recht hätte darüber zu entscheiden, ob jemand vor Krieg fliehen darf oder nicht. Am vergangenen Sonntag haben wir in der Schweiz über vier wichtige Vorlagen abgestimmt und gerade was bei der Durchsetzungsinitiative im Vorfeld in den sozialen Netzwerken so abgegangen ist, war schwierig für mich zu verdauen. Aber gerade wenn es um politische Themen geht, finde ich die sozialen Netzwerke wertvoll. Man wird – ob man es will oder nicht – mit Meinungen konfrontiert, die einem vielleicht gar nicht zusagen. Es ist immer einfach, wenn man einen Freundeskreis hat, der die eigene politische Gesinnung versteht aber wenn man erst mal sieht, wie viele Menschen anders denken, wird man eher aktiv und setzt sich bewusster mit einem Thema auseinander.

Man wird – ob man es will oder nicht – mit Meinungen konfrontiert, die einem vielleicht gar nicht zusagen.

Und dann denke ich mir: Ich führe einen Blog, wo ich mehrheitlich über Kosmetik schreibe. Solange mir das Spass macht, ist das okay. Aber ich muss wohl akzeptieren, dass es auch Zeiten geben wird, wo es mir nicht so Spass macht und sich dieser Blog auch mal sinnlos anfühlt, so wie gerade jetzt. Daher werde ich wohl auch nicht wöchentlich posten, so wie ich das letztes Jahr getan habe. Vielleicht fallen mir neue Themenbereiche ein, über die ich schreiben kann. Aber das ist gleichzeitig ein kleiner Selbstfindungstrip, den ich nicht unbedingt (nur) online ausleben möchte :)

Wenn ich eines aus diesen fünf Tagen mitnehme, dann wohl folgendes: Ich werde meine Online-Präsenz überdenken und meine Möglichkeiten besser nutzen. Ich werde versuchen, wieder mehr Worte mit Gewicht und weniger Banales zu posten.

– Beitragsbild: pixabay.com

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Offline-Woche

14. Februar 2016

Die Welt ist ganz schön laut geworden.

Ich bin eigentlich immer online. Ich checke Twitter, Facebook und Instagram regelmässig und ertappe mich dabei, wie ich die Apps öffne, wenn ich irgendwo warte, nur um sie sogleich wieder zu schliessen, weil ich sie vor keiner Minute bereits geöffnet hatte. Es ist eine schlechte Angewohnheit, mehr nicht. Ich ertappe mich auch immer wieder dabei, wie sich eine gewisse Verdrossenheit breit macht. So viele Menschen schreiben jeden Tag so viele Dinge, die mir sauer aufstossen und mich wütend machen.

Ich habe noch eine Woche, bevor das neue Semester beginnt. Die Seminararbeit ist abgegeben und ich habe endlich mal wieder Zeit, mich meinen Hobbys zu widmen. Das Ding ist nur: Was sind meine Hobbys? Das Internet bzw. mein Blog. Lesen. Hübsche Sachen kaufen?

Da Fastenzeit für mich auch bedeutet, einfach mal aktiv auf etwas zu verzichten, was man sonst als selbstverständlich empfindet, werde ich eine Offline-Woche machen. Keine Social Media für mich. Vorbloggen und einmal am Tag auf E-Mails antworten ist erlaubt, alle weiteren Apps wie Twitter, Facebook, Instagram, Tumblr, Bloglovin aber auch Newsportale und Online Shops bleiben ab morgen bis und mit Freitag zu. Es ist das erste Mal, dass ich bewusst auf alles verzichte, obwohl ich Zugang zum Internet habe. Wir werden sehen, wie es mir dabei ergeht!

In diesem Sinne: Bis in einer Woche, ihr Lieben! :)

– Beitragsbild: Stefan Kunz

Lifestyle Persönlich

Wie plane ich? (Privates, Blog, Universität)

7. Januar 2016

Ich bin ein Organisationsfreak. Ich mag es gerne ordentlich und ich weiss gerne, was mich erwartet. Meine Freunde wissen das über mich und ich glaube, die meisten kommen damit auch klar ;) Die liebe Wiwi fragte mich letztens, ob ich einen Beitrag über meine Terminorganisation machen kann und weil das mein Ordnungsfreak-Herz natürlich höher schlagen liess, erzähle ich euch heute, wie ich mein Leben organisiere.

Privates & Universität:

Mein Leben besteht zurzeit vor allem aus meinem Studium. Arbeiten tue ich nebenbei nicht (obwohl ich ab Februar einen kleinen Nebenjob haben werde, dieser findet aber im Rahmen eines Forschungsprojektes der Universität statt). Daher beschränken sich meine Termine auf Dinge wie Freunde treffen, Arzt, zur Bank gehen und natürlich Deadlines für Uni-Arbeiten. Für das meiste benutze ich einen Moleskine-Kalender. Ich nutze die Kalender von Moleskine seit Jahren und komme immer wieder darauf zurück. Ich habe mir auch mal einen Filofax gekauft (Modell „Saffiano“ in schwarz, Grösse „Personal“), dieser ist mir aber fast wieder zu umständlich für den täglichen Gebrauch. Aber das Schöne an den Filofax-Kalendern ist ja, dass man immer wieder neue Einlagen kaufen kann und vielleicht kann ich ihn in Zukunft trotzdem brauchen. Und obwohl ich mir sehr gerne Videos von Menschen ansehe, die ihren Filofax dekorieren und verrückte Sachen mit ihrem Agenden anstellen: Ich brauche einfach eine schlichte Wochenübersicht ohne Schnickschnack.

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Für 2016 habe ich mir diese niedliche Peanuts-Edition des Wochenkalenders geholt. Es ist die Grösse Pocket, was relativ klein ist (9x14cm) aber ich hatte den Kalender vorher in gross und habe den Platz nicht wirklich genutzt. Zusätzlich habe ich mir für dieses Jahr einen Frixion Ball-Stift von Pilot in blau geholt, weil man den Stift wieder ausradieren kann, was bei Fehlern sehr praktisch ist und man so den Kalender nicht mit Tipp-Ex verschandelt :)

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Das Gute an den Moleskine-Wochenkalendern ist, dass sie links die Wochenübersicht und rechts viel Platz für Notizen haben. Auf die linke Seite kommen deshalb alle Termine, während ich auf der rechten Seite eher To Do-Listen führe. Dinge wie „Zur Bank gehen“, „Coiffeur-Termin abmachen“ oder „Prof. X eine Mail schreiben“ kommen da hin, solange die Tasks nicht an bestimmten Tagen erledigt werden müssen. Deadlines für die Uni werden zusätzlich Gelb markiert.

Es gibt von den Moleskine-Kalendern beispielsweise auch die farbigen Versionen, die man sogar mit dem Namen personalisieren kann!

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Wenn ich einen neuen Kalender „in Betrieb“ nehme, trage ich im Voraus immer wichtige Feiertage (in hellblau), sowie die Geburtstage von Freunden und Verwandten ein. Spezielle Ereignisse, wie Konzerte oder Urlaub, trage ich gerne mit bunten Stabilo-Stiften ein. Was momentan noch in meinem Kalender fehlt, ist der Stundenplan fürs nächste Semester. Diesen werde ich irgendwo am Anfang reinkleben.

Die Sticker kamen mit dem Kalender. Sonst dekoriere ich eigentlich nichts in meinem Planer, das lenkt mich nur unnötig ab. Höchstens mal ein Foto wird reingeklebt.

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Am schwierigsten ist es für mich persönlich, meine Uni-Sachen zu organisieren. Ich verliere so schnell den Überblick über alles, was von mir verlangt wird. Ein gutes System habe ich zwar noch nicht gefunden aber im letzten Semester hat es mir geholfen, alle Deadlines und wichtigen Termine (wie Präsentationen oder Sitzungen) in meinem Google-Kalender einzutragen. Dabei gab es für jedes Seminar bzw. Vorlesung eine eigene Farbe. Die Monatsansicht zeigt mir dann immer, was gerade aktuell ist und worauf ich hinarbeiten muss.

Ein wichtiges Organisationstool ist auch mein iPhone. Dort benutze ich die Notiz-App, um meine Einkaufsliste zu schreiben oder To Do-Listen für den Tag zu notieren. Das ist einfach und das Handy hat man sowieso immer zur Hand.

Blog:

Eigentlich bin ich kein so guter Blogger. Da es für mich in erster Linie ein Hobby ist, habe ich keinen Editorial-Kalender und plane nicht all zu weit voraus. Auch monatliche Posts wie Favoriten oder andere Dinge, die sich regelmässig wiederholen müssen, gibt es (noch) nicht. Zum Ideen festhalten greife ich deshalb sehr gerne auf die App Evernote zurück. Wenn ich eine Idee für einen Blogpost habe, kommt die da rein. Ich versuche, immer ein paar Beiträge „auf Vorrat“ zu haben und grundsätzlich ist es mein Ziel, mindestens wöchentlich zu posten (was mir letztes Jahr zumindest im Durchschnitt gelungen ist!). Aber sonst halte ich grundsätzlich einfach die Augen offen und lasse mich von dem inspirieren, was mich im Alltag anspricht.

Und das war schon die ganze Zauberei! Wie haltet ihr es mit euren Terminen? Benutzt ihr vielleicht einen digitalen Kalender oder seid ihr auch Fans von Papier-Agenden?

– Beitragsbild: pixabay.com

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Frohe Weihnachten!

24. Dezember 2015

Ihr Lieben,

Ich wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest. Ich hoffe, ihr verbringt ein paar ruhige und besinnliche Festtage – egal wie und ob ihr feiert! :)

Eure Maja

– Beitragsbild: splitshire.com

Persönlich

Wochenrückblick: 23. – 29. November

29. November 2015

Gesehen: Pflichtprogramm am Montag Abend: Der Bachelor (Schweizer Version) ;)

Gelesen: Nachdem ich Mockingjay Part 2 im Kino gesehen hatte, habe ich letzte Woche angefangen, die Bücher nochmals zu lesen. Mit „The Hunger Games“ bin ich bald durch und ich muss sagen, es ist fast so spannend, wie beim ersten Mal!

Gehört: Ich habe eine Menge Songs aus dem Album „Atlas“ von Sleeping At Last gehört.

Getan: Ich war zwei Mal im Sport (Bodypump und Spinning), ich hatte eine Präsentation an der Uni und ich habe an einem Dreh für einen Werbespot für die Uni mitgemacht.

Gegessen: Unter anderem Kichererbsen-Salat und Pasta mit Pesto. Zum Frühstück gibt es seit Neuestem Birchermüesli ♥

Ein von Maja (@italiannights) gepostetes Foto am

Ein von Maja (@italiannights) gepostetes Foto am

Getrunken: Neben der CocaCola Life gab es eine Menge Tee und ein wenig Apfelsaft.

Gedacht: Das Uni-Semester ist bald vorbei und es bleibt noch so viel zu tun!

Gefreut: Ich habe mich ehrlich darüber gefreut, dass ich den Spinning-Kurs (der 100 Minuten dauerte) überlebt habe :D

Gelacht: Beim oben genannten Video-Dreh war es sehr lustig ;)

Geärgert: Als ich am Montag die Präsentation hielt, bekam ich plötzlich einen ganz trockenen Hals und konnte kaum mehr sprechen. Sehr uncool aber eine Kommilitonin war dann so nett, mir eine Schachtel Ricola rüberzureichen.

Gekauft: Viele Ohrstecker im Claire’s, weil es eine 3für2-Aktion gab :)

Geklickt: Nichts Spezielles. Könnte sein, dass ich noch ein paar Einkäufe über den Online Shop von Esprit und Zalando getätigt habe.

Ein von Maja (@italiannights) gepostetes Foto am

Ich wünsche euch allen einen gemütlichen ersten Advent! Ich habe ein paar sehr kleine aber feine Änderungen am Blog-Design vorgenommen, um es etwas weihnächtlicher zu machen :)

Lifestyle Persönlich

WG-Zimmer: Room Tour

26. Oktober 2015

Wenn man mir vor etwas mehr als einem Jahr gesagt hätte, dass ich bald in einer WG wohnen würde, hätte ich die Person vermutlich ausgelacht. Während meines Bachelor-Studiums wohnte ich in einer Einzimmer-Wohnung und war der festen Überzeugung, dass ich nicht dafür gemacht sei, mit anderen zusammen zu wohnen.

Ist es nicht schön, dass sich Meinungen ändern können? Als ich mich für mein Master-Studium angemeldet habe, beschloss ich nämlich, nach WGs zu schauen. Vielleicht, weil ich etwas Neues probieren wollte und vielleicht, weil ein Master-Studium so schnell vorbei geht.

Ich dachte, ich zeige euch heute einen kleinen Einblick in mein WG-Zimmer. Nicht, um irgendwie anzugeben, sondern erstens, weil ich mich dort sehr wohl fühle und zweitens, um euch vielleicht ein paar Inspirationen geben zu können.

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Kommt rein!

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Persönlich Talk

Talk: Neuanfänge

20. September 2015

Was ich vergangene Woche gelernt habe:

Neuanfänge werden nicht unbedingt einfacher, je älter man wird. Man wird immer nervös sein und Bauchschmerzen haben, wenn man das erste Mal an einem neuen Ort sein muss. Man wird immer Angst haben, dass die anderen einen doof finden und man keinen Anschluss findet. Man wird immer das Gefühl haben, man sei für diese spezielle Situation nicht gemacht.

Man kann auch mit 24 Jahren noch Heimweh haben. Das Vertraue und Bekannte liegt einem so nah, dass das Neue einem grosse Angst einjagen kann. Selbst wenn man super nette WG-Mitbewohner hat, kann einem die Busfahrt morgens schrecklich einsam vorkommen.

Ich mache zwar jetzt ein Master-Studium, fand das Konzept der akademischen Forschung aber immer seltsam. Einerseits finde ich es absolut spannend, was uns die heutigen Forschungsmethoden ermöglichen und wie man Konzepte, Theorien und Variablen zu einem plausiblen Outcome zusammenfügen kann. Auf der anderen Seite denke ich mir immer, dass ich sowas nicht kann und dass es vielleicht zu gewissen Themen ein paar Papers zu viel geschrieben worden sind.

Es kostet einiges an Anstrengung, für 45 Minuten aufmerksam zuzuhören und nicht aufs Handy zu schauen. Ich muss wieder lernen, fokussierter zu sein.

Vergleiche machen viel kaputt. Natürlich werde ich hier nicht die gleichen Freundinnen finden, die ich im Bachelor-Studium gefunden habe. Und die Leute hier ticken nicht gleich. Das ist normal und das ist gut. Neues ist in erster Linie nicht schlecht, sondern einfach anders.

Manchmal gehen Freundschaften auseinander, im Guten wie im Schlechten. Aber man kann diese Menschen auch Jahre später wieder treffen und irgendwo seinen Frieden damit schliessen. Auch wenn diese Person kein Teil mehr des eigenen Lebens ist, bedeutet das nicht, dass sie einem egal geworden ist.

Ich habe einen Haufen tolle Menschen um mich herum. Wie viele wichtige Personen mich am vergangenen Montag Abend nach meinem Tag gefragt haben, hat mein Herz richtig erwärmt.

Manchmal fühlt man sich alleine, ja. Aber eigentlich ist man es nur sehr selten.

– Beitragsbild: pixabay.com

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Talk: Elend und Sympathie

16. August 2015

In letzter Zeit wache ich morgens auf und empfinde eine grosse Dankbarkeit. Ich bin dankbar, dass ich in einem Land lebe, das politisch stabil ist. Ich bin dankbar, dass in allen Bädern in unserem Haus Wasser aus dem Wasserhahn fliesst. Ich bin dankbar, dass ich raus auf die Strasse gehen kann und tun kann, was ich will. Ich bin dankbar, dass ich studieren kann. Ich bin dankbar, dass ich eine Ärztin habe, die sich um meine Krankheit kümmert. Ich bin so dankbar, dass in dem Land, wo ich lebe, kein Krieg herrscht.

Die Medien, Politiker und nicht zuletzt wir selbst haben Begriffe für die jetzige Situation gefunden. Asyldebatte. Flüchtlingswelle oder –zustrom. Wirtschaftsflüchtlinge. Asylgegner. Ich fand den Artikel „Von Menschen und Massen“ in diesem Zusammenhang sehr passend. In meinen Augen ist das, was zurzeit in Europa passiert, nur eines: Eine humanitäre Katastrophe, die horrende Ausmasse erreicht hat. Und wir alle tun viel zu wenig.

Jedes Jahr im Sommer wird ein Militärflugplatz in der Nähe von Luzern für ein paar Wochen zum Haupteinsatzflugplatz der Schweizer Armee. Das bedeutet, dass für mehrere Wochen sehr viel mehr Kampf-Flugzeuge über die Häuser fliegen. Das kann sehr laut werden. Und ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich denke: Muss das sein? Müssen die unbedingt jetzt fliegen? Wieso machen die so einen mega Lärm? Und dann denke ich: Wow. Schön, dass ich keine anderen Probleme habe. Denn nüchtern betrachtet könnte ich jetzt in einem Land sein, wo Krieg herrscht und der ohrenbetäubende Lärm eines F/A-18 würde bedeuten: Vielleicht bin ich in einer Minute tot.

Wir müssen aufhören zu glauben, dass wir irgendwas getan haben, um nicht in dieser Situation zu sein. Weder ich noch du haben etwas dafür getan, in diesem Land geboren zu sein. Unsere Nationalität ist das Resultat von Dingen, die in der Vergangenheit zwar so passiert sind, die aber genauso gut anders hätten passieren können. Wir Schweizer haben Glück, dass wir es so gut haben. Natürlich spielt die Wirtschaft eine Rolle und natürlich spielt die Politik eine Rolle aber es gibt so viele Faktoren, die nicht beeinflussbar sind.

Wenn ich mich so in meinem Zimmer umschaue, empfinde ich in letzter Zeit manchmal etwas Übelkeit. Ich habe so viel, viel zu viel. Und dann gibt es die Menschen, die vielleicht ebenfalls so viel hatten. Und dann explodierte vor ihrem Haus die Bombe und das war das letzte Zeichen, dass es Zeit ist, zu gehen. Wohin, geschweige denn wie man den Weg bewältigen soll, das sagt einem niemand. Und dann kommt man nach Europa und anstatt Hilfe zu erhalten, wird man zur Naturkatastrophe. Zu etwas, was niemand hat kommen sehen. Zu einer Last.

Es ist genug. Ich habe so viele Kommentare gesehen, bei denen es mir schlecht wird. Auch jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, habe ich einen flauen Magen. Woher kommt dieser Hass gegen Menschen, die einem nichts getan haben? Was hat eine Familie, die geflohen ist, damit zu tun, dass andere unzufrieden sind und sich sogar bedroht fühlen? Ich kann das Wort Asylgegner nicht mehr hören. All diese menschenfeindlichen Rassisten stellen eine wahre Gefahr für unsere Welt dar. Diese Menschen sind mit der Grund, wieso die Lage so schlecht ist und wieso ich zurzeit Mühe habe, stolz auf mein Land oder Europa zu sein.

In der Zentralschweiz wird – wie in der ganzen Schweiz – noch eine Lösung gesucht. Dabei wird vergessen, dass es eine Lösung als solches nicht gibt. Und dass niemand bereit ist, die Probleme dort zu bekämpfen, wo sie entstehen. Das Problem ist, dass so viele Menschen unsere Hilfe brauchen und wir sie ihnen verweigern. Weil wir lieber die Bürokratie dafür verantwortlich machen, dass wir keinen Platz finden. Weil wir die Last lieber aufs Nachbarland abwälzen (wie soll Italien mit der Situation klarkommen, wenn wir es selber nicht können?) und unsere Hände in Unschuld waschen. Die Gemeinden beschweren sich über die Vorgaben vom Kanton und vergessen dabei, dass sie der Kanton sind.

Worte sind nicht wirklich genug um die Ohnmacht zu beschreiben, die ich fühle. Ich habe das Gefühl, dass ich nichts tun kann gegen all dieses Elend und gegen all das Schlechte. Ich kann niemandem sein Zuhause zurückgeben. Ich kann niemanden sagen, dass alles gut wird, denn das wird es nicht. Nie wieder. Manchmal wenn ich Bus fahre, sitzen viele junge Männer drin, manchmal ganze Familien. Ganz in der Nähe von meinem Haus steht ein kantonales Asylzentrum, das seit sehr langer Zeit überbelegt ist. Ob ich jemals Probleme mit irgendjemanden aus diesem Haus hatte? Nein. Ich frage mich eher, wie Menschen unter solchen Umständen leben können. Deshalb macht es mir keine Angst, wenn im Bus viele Menschen sind, die vermutlich Asyl beantragen wollen. Es stimmt mich einfach nur traurig.

Was kann ich tun? Ich kann mich gegen die Leute in meinem Umfeld wehren, die rassistische und fremdenfeindliche Äusserungen machen. Ich kann spenden. Ich kann versuchen, aktiv zu werden. Aber das alles scheint nur ein Tropfen auf den heissen Stein zu sein. Ganz Europa – und die ganze Welt – sieht zu und tut viel zu wenig.

In einem Ethik-Kurs an der Uni haben wir immer wieder über die beiden Begriffe „empathy“ und „sympathy“ gesprochen. Es sind diese beiden Eigenschaften, die uns Menschen zu moralisch handelnden Wesen machen. Was ich mich bei den Geschehnissen der letzten Zeit immer wieder frage: Wie wird unser jetziges Verhalten auf uns zurück fallen? Alles hat Konsequenzen. Wir werden diese früher oder später erfahren.

Hier ein eindrückliches Video von Neil Gaiman, der Flüchtlingscamps im Jordan besucht hat.

Ein meiner Meinung nach guter Kommentar in der Aargauer Zeitung, mit dem Appell, sich in der Flüchtlingsdebatte wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.

– Beitragsbild: pixabay.com