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Talk: Internationaler Frauentag 2017

8. März 2017

Heute ist der internationale Frauentag und auch 2017 finde ich mich immer noch in Situationen wieder, wo ich anderen Personen erklären muss, wieso es meiner Meinung nach Feminismus immer noch braucht.

Feminismus kann für verschiedene Personen verschiedene Dinge bedeuten. Ich nutze heute die Gelegenheit, um zu sagen, was Feminismus für mich bedeutet und warum ich auf den internationalen Tag der Frauen aufmerksam mache.

Feminismus bedeutet für mich in erster Linie, dass Frauen und Männer gleich behandelt werden. Was es NICHT bedeutet ist, dass irgendjemandem etwas weggenommen werden soll und leider habe ich schon oft Männer getroffen, die das Gefühl hatten, man wolle ihnen etwas wegnehmen. Dabei ist es einfach eine Realität, dass Frauen weniger verdienen (1) und weniger oft in Chefetagen vertreten sind (2). Ich sage nicht, Frauen müssen dort sein. Aber sie sollten es sein dürfen, wenn sie es wollen. Und vor allem möchte ich nicht lesen müssen, dass ich besser daran täte, gewisse Branchen zu meiden oder gar nicht zu heiraten, weil mir das als Frau Nachteile einbringt (3), Ironie hin oder her.

Feminismus bedeutet für mich, dass man anerkennt, dass wir noch nicht bei einer Gleichstellung angekommen sind. Es mag bei uns, hier in der Schweiz, besser sein als an anderen Orten aber unsere Forderungen mit «Anderswo ist es schlimmer» abzutun, ist falsch, wie auch Güzin Kar schreibt (4).

Wie Emma Watson es so treffend gesagt hat: “Feminism is about giving women choice. Feminism is not a stick with which to beat other women with. It’s about freedom, it’s about liberation, it’s about equality. I really don’t know what my tits have to do with it.” (5)

Und aus all diesen und noch viel mehr Gründen werde ich nicht aufhören zu sagen, dass ich Feministin bin. Heute möchte ich all jene Frauen feiern, die für gleiche Rechte einstehen. Heute möchte ich an all jene Frauen denken, denen aufgrund von Ungleichberechtigung Chancen verwehrt wurden oder die das Gefühl haben, sie seien weniger wert.

Am 18. März findet in Zürich ein Women’s March statt. Weitere Infos dazu und zu anderen Aktivitäten, findet ihr zum Beispiel bei We Can’t Keep Quiet, ein Aktionsbündnis für Frauen*rechte und Frauen*anliegen.

Quellen:

(1) http://www.srf.ch/news/schweiz/frauen-verdienen-immer-noch-deutlich-weniger

(2) http://www.srf.ch/news/wirtschaft/etwas-mehr-frauen-in-den-chefetagen

(3) http://www.watson.ch/!728982129?utm_medium=owned&utm_source=twitter&utm_rainbowunicorn=0&utm_campaign=share-tracking

(4) http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/anderswo-ist-es-schlimmer/story/27674560

(5) https://www.yahoo.com/celebrity/emma-watson-reacts-vanity-fair-195229932.html

– Beitragsbild: Pexels.com

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Talk: 25 Dinge, die ich in 25 Jahren gelernt habe

12. Juli 2016

Ich bin 25 Jahre alt geworden und spätestens jetzt kann ich mir nicht mehr einreden, dass die Zahl 30 noch weit weg ist. Das ist okay, das ist das Leben. Hier sind mehr als 25 Dinge, die ich in 25 Jahren gelernt habe.

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Definiere ein paar Sachen. Such dir einen Lieblingsfilm und einen Lieblingssong aus und wenn die Leute dich danach fragen, dann erzähl es ihnen.

Dein Körper ist nicht zu einhundert Prozent gesund. Sei wachsam, höre auf ihn. Er wird dir sagen, wenn etwas nicht stimmt. Hinterfrage deine Ärzte aber vertraue ihnen. Schätze dich glücklich, dass du trotzdem fast alles machen kannst.

Sport wird nie dein Hobby sein. Gib nicht auf.

Die Beziehung zu deinem Glauben wir nicht immer einfach sein. Bitte hab nie das Gefühl, dass du etwas nicht sagen darfst, weil es Menschen gibt, die nicht an Gott glauben. Du kannst sie respektieren, sie sollten auch dich respektieren.

Du musst nicht zu allem eine Meinung haben.

Es gibt Momente, da ist es besser, nichts zu sagen. Niemand kann dich dazu zwingen.

Du wirst alleine an Apéros und Konzerte gehen. Bewege dich ausserhalb deiner Komfortzone. Realisiere, wie viel Platz du in öffentlichen Räumen einnimmst.

Beharre auf deinen Platz. Wenn dir jemand zu nahe kommt, mache es dieser Person klar.

Es gibt immer etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Wenn nichts bleibt, bleibst du dir selbst.

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Wenn du dich während deines Studiums mal wieder wie der grösste Versager fühlst und die Prüfungssession dir sämtlichen Appetit raubt, denk dran: Viele Gefühle sind nur temporär. Manche Menschen – aber vor allem du selbst – wollen dich kleiner machen als du bist. Lasse das nicht zu.

25 mag dir wie eine grosse Zahl vorkommen aber die Wahrheit ist, der grösste Teil liegt noch vor dir.

„Sei einfach ein guter Mensch, dann ist alles erlaubt.“ – Gerard

Für jedes Mal, wo du dir gewünscht hast, sie würden bleiben und sie dann doch gegangen sind: Du hast es überstanden. Du wirst es wieder überstehen.

Wenn die Leute dir sagen „In zehn Jahren wirst du das anders sehen“, dann lass sie. Vielleicht haben sie Recht. Vielleicht auch nicht.

Zeit kann aus besten Freunden Freunde, aus Freunden Bekannte und aus Bekannten Fremde machen. Das schmälert nicht, was mal war und du hast es immer noch selber in der Hand.

Verzeihen ist wichtig aber verstehe, dass nicht alle Menschen einen Platz in deinem Leben verdient haben.

Du wirst Fehler machen, viele. Akzeptiere, dass du fehlbar bist. Entschuldige dich und meine es auch so.

Du stehst auf Captain America-Filme, tanzt gerne zu Musik von One Direction, heulst manchmal bei „Die Bachelorette“ und für ein Konzert der Band Blue würdest du ein Date absagen – das bist du, lass dir von niemandem etwas anderes weismachen.

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Talk: Weltgeschehen

19. Juni 2016

Letzte Woche fielen beide meiner Blogeinträge auf Tage, die von schlimmen Ereignissen geprägt waren. Es waren dies einerseits das Shooting in Orlando und andererseits die Ermordung von Jo Cox. Mir war das durchaus bewusst und ich schreibe diesen Beitrag nicht, um mich dafür zu rechtfertigen oder gar zu entschuldigen. Es ist nur so, dass diese Geschehnisse mich beschäftigen und in letzter Zeit ist es doch so, dass es sich anfühlt, als ob es immer schlimmer wird.

Neben diesen Ereignissen, die die westliche Welt erschüttern, sterben jeden Tag viele Menschen, die vor Terror, Armut und Verfolgung fliehen. Es ist eine Tatsache, die mir ständig unterbewusst präsent ist.

Dieser Blog ist seit Anfang an ein Ort, an dem es um sehr oberflächliche Dinge geht. Kosmetik, Pflegeprodukte, schöne Sachen. Und das wird auch so bleiben, weil es zum Einen mein Hobby ist und zum Anderen das Schreiben über solch „banale“ Dinge auch ein wenig davon ablenkt, was sonst alles auf dieser Welt passiert. Ich habe „banal“ bewusst in Anführungszeichen gesetzt, denn unsere heutige Welt ist zu komplex und vielschichtig, als dass ein einfacher Beitrag über einen Lippenstift auch nur ansatzweise widerspiegeln würde, was alles dahinter steckt. Denn auch hier könnte man sich beginnen zu fragen, ob die Produkte ethisch hergestellt wurden, ob uns all die Chemie überhaupt gut tut, und, und, und.

Wie ich das meine? Nun, gerade wenn ich mir Kommentarspalten oder Diskussionen über Sachen wie die Flüchtlingsthematik oder auch die Waffengesetze in den USA durchlese, verschlägt es mir oft die Sprache. Ich finde es unfassbar, dass gewisse Leute sich bei so komplexen Themen auf einen Diskussionspunkt versteifen können und dabei einfach ausser Acht lassen, dass es noch tausend andere Dinge gibt, die man miteinbeziehen und beachten muss.

Es ist schon erstaunlich, wie heutzutage mit Breaking News umgegangen wird, wie schnell „Experten“ zu Wort kommen und wie abhängig wir von diesen Einschätzungen geworden sind.

Wir haben dieses Semester in der Uni sehr oft über Niklas Luhmanns Systemtheorie gesprochen. Die Theorie ist unglaublich umfassend und hat den Anspruch, universal gültig zu sein aber ganz stark runtergebrochen sagt Luhmann: Es gibt verschiedene Arten von Systemen und unsere Gesellschaft besteht aus sozialen Systemen. Eine Person kann natürlich in verschiedenen Systemen tätig sein. Ein System kann die Familie sein aber auch die Politik ist ihr eigenes System, der Arbeitsplatz, die Universität, ein Krankenhaus, etc. Und jedes dieser Systeme besteht in sich selbst nochmals aus weiteren Subsystemen. Was Luhmann auch sagt, ist dass sich diese Systeme nur durch Kommunikation produzieren, reproduzieren und erhalten. Ich glaube, es ist alles so viel komplizierter geworden, weil dank der Medialisierung plötzlich so viel mehr kommuniziert wird oder es zumindest so scheint. Medialisierung bedeutet nichts anderes, als dass sich gesellschaftliche Veränderungen dadurch erklären lassen, dass sich die Kommunikation immer mehr an den Logiken und Regeln des Mediensystems orientiert. Ich interessiere mich sehr für Journalismus und habe in der Universität einiges an Theorie dazu gelernt und selber ein halbes Jahr als Journalistin gearbeitet. Es ist schon erstaunlich, wie heutzutage mit Breaking News umgegangen wird, wie schnell „Experten“ zu Wort kommen und wie abhängig wir von diesen Einschätzungen geworden sind. Ich habe ja bereits in meinem Beitrag „Fünf Tage ohne Social Media“ darüber geschrieben, dass ich es etwas müde bin, all diese Neuigkeiten, die keine sind, auch wenn man Social Media und Journalismus immer noch bis zu einem bestimmten Grad voneinander trennen muss.

Was ich einfach sagen will: Ich wünschte, die Menschen würden weniger reden und mehr nachdenken. Mir verschlägt es regelmässig die Sprache, wenn schlimme Dinge passieren oder wenn ich wieder lese, dass Tausende im Mittelmeer ertrunken sind. Ich schreibe und twittere nicht über solche Dinge, weil mein Kopf zu voll ist, als dass ich die vielen Gedanken in 140 Zeichen oder in einen geordneten Text packen könnte. Ich erkenne die Komplexität des Weltgeschehens an und versuche mir damit zu helfen, dass ich mich informiere. Ich recherchiere, ich lese, ich versuche, mir Wissen anzueignen. Ich glaube Wissen ist die einzige Waffe, die wir haben, um mit all diesen Dingen umgehen zu können und um Lösungen zu finden. Gestern war ich zum Beispiel an einem vom SAH Zentralschweiz organisierten Vortrag in Luzern, wo der Nahost-Experte und Journalist Ulrich Tilgner über die Situation im Irak, in Afghanistan und Pakistan aber auch Afrika gesprochen hat. Er weiss unglaublich viel und er sagte sehr deutlich, dass all diese Probleme im nahen Osten und Afrika auch das Resultat von Versäumnissen der europäischen und amerikanischen Politik sind. An der anschliessenden Podiumsdiskussion haben Politikerinnen aus Zug und Luzern, eine Hoteldirektorin und die Vizedirektorin des Staatssekretariats für Migration darüber gesprochen, was das alles für die Schweiz bedeutet. Ich bin überzeugt, dass wir alle einen Teil dazu beigetragen haben, dass die Welt so ist, wie sie ist. Und es ist ein Armutszeugnis, wie wir mit der Situation umgehen.

Ich glaube Wissen ist die einzige Waffe, die wir haben, um mit all diesen Dingen umgehen zu können und um Lösungen zu finden.

Gerade weil die Welt so komplex ist, verstehe ich den Drang zum Minimalismus sehr gut. Es ist ein neuer Trend, Youtube ist voll von Personen, die uns zeigen, mit wie wenig sie leben. Ich verstehe das so gut. Am Ende des Tages, wenn ich mal wieder so viel Ignoranz und Fremdenhass im Internet gesehen habe, möchte ich am liebsten mein Zimmer misten und einfach alles wegwerfen. Ich brauche nicht wirklich etwas, nur etwas mehr Frieden und Respekt.

Und obwohl es auf diesem Blog weiterhin um die scheinbar banalen Dinge gehen wird: Es ist mir wichtig zu sagen, dass ich sehe, was in der Welt passiert. Und ich bin nicht bereit, das alles zu akzeptieren. Es sind die kleinen Dinge, wie das Unterschreiben der UNHCR-Petition #WithRefugees. Ich plane, noch ein wenig Zeit auf dieser Erde zu verbringen und ich wünsche mir, dass sie ein besserer Ort wird.

Am Ende des Tages geht es wirklich nicht darum, wer Recht hat. Ich glaube, es gibt kein richtig oder falsch mehr in einer Welt, wo kein Stein auf dem anderen bleibt.

Ich habe in diesem Eintrag bewusst darauf verzichtet, näher auf bestimmte Ereignisse einzugehen oder meine Meinung dazu zu äussern. Es waren einfach ein paar allgemeine Gedanken, die mal raus mussten. Hinterlasst mir doch gerne einen Kommentar und sagt mir, wie es euch geht oder erzählt mir sonst irgendwas, wenn ihr mögt! :)

– Beitragsbild: Unsplash.com

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Talk: #30daysofbiblelettering

12. Mai 2016

Das Projekt #30daysofbiblelettering wurde von Stefan Kunz (der übrigens auch den Schriftzug für meinen Blog-Header gestaltet hat), Melissa Smith, Andrea Howey, George Cibu und Eva Winters im April ins Leben gerufen. Es handelte sich dabei um eine Instagram-Challenge, die daraus bestand, jeden Tag einen Bibelvers zu posten – dabei konnte man den Vers entweder von Hand gestalten aber auch mit Photoshop oder anderen Apps erstellen. Neben der Tatsache, dass man sich so jeden Tag für einen bestimmten Zeitraum mit der Bibel auseinander setzt, gab es auch den positiven Effekt, dass Instagram mit positiven Botschaften aus der Bibel gefüllt wurde. In den 30 Tagen sind über 18 000 Beiträge gepostet worden.

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Bild von Stefan Kunz

Wieso und wie habe ich daran teilgenommen? Seit letztem Herbst setze ich mich vermehrt mit der Bibel auseinander und versuche, sie Stück für Stück zu lesen. Ich bin ein religiöser Mensch aber mir ist auch bewusst geworden, wie wenig ich über meine eigene Religion weiss. Da die Bibel die Grundlage fürs Christentum ist, finde ich, dass ich auch wissen sollte, was drin steht. Und die Challenge war somit ein guter Ansporn. Die Urheber der Challenge hatten zwar Verse für die 30 Tage ausgesucht aber man durfte sich auch die Freiheit nehmen und andere Verse posten. Da ich selber die Verse mit Apps erstellt habe (leider bin ich kein Handlettering-Künstler), habe ich dafür andere Verse genommen, die mir während meines Bibelstudiums aufgefallen sind. Ich finde es wichtig anzumerken, dass es sich hierbei nicht um klassische Exegese handelt. Die Verse werden nicht interpretiert oder ausgelegt, sondern aus dem Kontext gerissen.

Da es mir grossen Spass gemacht hat, jeden Tag einen Vers zu posten und mir die Challenge meine Religion noch ein Stück näher gebracht hat, möchte ich die Bilder von meinem Instagram auch hier nochmals posten. An dieser Stelle ist mir wichtig zu sagen, dass ich respektiere, wenn jemand von euch nichts damit anfangen kann. Ich hoffe, ihr könnt auch respektieren, dass es mir sehr viel bedeutet.

Ich habe für die Erstellung der Bibelverse die Apps Rhonna Design und Over verwendet.

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Matthäus 28, 20: Das ist mit Abstand einer meiner liebsten Bibelverse. Als ich vor Jahren mal in Taizé war (ein Wallfahrtsort für Jugendliche in Frankreich), hörte ich diesen Vers während einer Predigt und er hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

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Jesaja 43, 2

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„Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.“ Johannes 3, 16

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Matthäus 5, 8

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Psalm 4, 4

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Apostelgeschichte 1, 8

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Matthäus 5, 44

Es gibt Bibelstellen, die sind schwierig. Christ sein ist nicht immer einfach und ich glaube gerade in der jetzigen Zeit ist es wieder schwieriger geworden. Es ist einfach, religiös zu sein, wenn es keine Probleme gibt. Aber die Probleme, die stehen jetzt vor unserer Tür und es wird sich zeigen, wir wir auf sie zugehen. Es gibt auch eine Bibelstelle, wo steht, dass man das Gute lieben und das Böse hassen muss, was also im Gegensatz zu diesem Zitat steht. Ich denke, man sollte keine Rache üben. Ich denke, man sollte Falsches strafen aber mit Mitteln, die unser Rechtsstaat vorsieht. Und ich denke, man muss am Ende das Tages sagen können: Ich habe alles getan, was in meiner Macht steht.

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Talk: Einer dieser Tage

29. März 2016

Anmerkung: Diesen Text habe ich noch vor Ostern geschrieben. Dann kam der Sonntag und mit ihm die Neuigkeiten über Rechtsextreme in Brüssel und Anschläge in Lahore. Auch darüber mache ich mir Gedanken.

Es war einer dieser Tage. Einer dieser Tage, weil es nicht das erste Mal war und das letzte Mal leider nicht all zu weit weg gewesen ist. Ich hatte es dieses Mal am Radio gehört. Brüssel. Danach bin ich auf Twitter gegangen. Mein Herz rast. Ich habe einen Kloss im Hals. Nicht schon wieder. Bitte nicht.

Das Letzte, was ich in so einem Moment will, ist etwas sagen. Ich denke dann immer, dass keine Worte der Welt dem gerecht werden können, was passiert ist. Nichts was ich sage, wird irgendwas besser machen. Und dann denke ich: Wenn ich schweige, habe ich das Gefühl, ich würde akzeptieren, was passiert ist. Und das tue ich nicht. Das will ich nicht.

Es ist wieder passiert. Und ich nehme zur Kenntnis, dass alles schon etwas routinierter ist: Die Berichterstattung, der „Morgen danach“, die Solidaritätsbekundungen, die Analyseberichte. Routinierter Ausnahmezustand – als ob es sowas gibt. Ich nehme zur Kenntnis, dass ich weniger dreifarbige Profilbilder sehe. Es ändert nichts, die Hauptsache ist, dass ich weiss, was es mit mir macht. Und daran ist nichts Routine. Die Gefühle schwappen über, der Tag wirkt wie gedämpft, der Schmerz sitzt tief. Viele Worte an den Herren da oben, möge die Liebe siegen und nicht der Hass. Mögen die Leute verstehen, dass Europa es spätestens dann verpasst hat, als Kollektiv zu handeln, als Grenzen geschlossen wurden. Ein Teil von dem, was die bösen Menschen wollen, ist doch schon eingetroffen. Trotzdem hoffen, niemals die Hoffnung aufgeben. Denn es macht mir etwas aus, wenn unschuldige Menschen sterben, egal wo auf der Welt. Es macht mir etwas aus, dass analysiert wird, wessen Schuld das alles ist, wenn die unbequeme Wahrheit vielleicht ist, dass wir alle irgendwie Schuld sind. Worte ändern daran auch nichts.

Routinierter Ausnahmezustand – als ob es sowas gibt.

Und auch wenn es manchmal zu viele Berichterstattungen, Tweets und Facebook-Status zu diesem Thema sind: Wir sollten nicht aufhören, darüber zu reden. Wir sollten versuchen zu verstehen, wieso das alles passiert und was wir dagegen tun können. Und wir sollten dafür kämpfen, dass nicht die Angst und der Hass gewinnt. Sondern die Liebe und der Respekt vor dem Nächsten.

Ich empfehle euch an dieser Stelle Kathis Beitrag zu den Geschehnissen, der mir sehr aus der Seele gesprochen hat.

– Beitragsbild: pixabay.com

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Talk: Fünf Tage ohne Social Media

3. März 2016

Es ist zwar schon wieder ein bisschen her aber ich wollte euch noch von meiner Offline-Woche berichten!

Fünf Tage ohne Social Media und das Fazit ist, dass es keine erwähnenswerten Nebenwirkungen gab. Es gab keine Erleuchtung, keine grundlegenden Veränderungen. Ich denke, das ist okay. Mein Social Media-Konsum scheint nicht so bedenklich zu sein, wie ich zuerst dachte.

Die Welt ist weder leiser noch besser geworden. Ich habe zwar dank meiner Abwesenheit auf Twitter weniger „Non-News“ gelesen und es tat wirklich gut, mal abseits von Online-Portalen wie 20 Minuten oder Watson zu sein. Ich habe dafür wieder etwas bewusster Zeitung gelesen und Radio gehört aber als ich mich dabei fragte, ob mir diese Art von News-Konsumation besser zusagt, konnte ich das irgendwie nicht bejahen. Momentan habe ich ein bisschen Mühe mit der Medienlandschaft allgemein und mir fehlen richtig gute Berichterstattungen (und das Geld für ein NZZ-Abonnement ;)).

Die Welt ist weder leiser noch besser geworden.

Die Sache ist wahrscheinlich die: Gerade Twitter ist für mich in erster Linie ein zusätzliches Informationsmedium, das bei der Geschwindigkeit unschlagbar ist gegenüber klassischen Medien wie Zeitung oder Radio. Daher wird Twitter auch künftig ein wichtiger Teil meines Alltages sein, weil ich gerne über das Weltgeschehen informiert bin und weil dieses Informiert-Sein auch seinen Beitrag zu meinem Studium leistet.

Einen kleinen Nebeneffekt gab es allerdings: Nach fünf Tagen ohne twittern oder Facebook-Status verfassen, vergeht einem auch die Lust daran. Zumindest ist mir die Lust vergangen. Vielleicht, weil die Worte nach fünf Tage „schweigen“ plötzlich wieder mehr Gewicht haben. Vielleicht, weil ich gemerkt habe, dass sich die Welt in fünf Tagen nicht verändert hat und auch meine Worte daran nichts ändern werden. Ich taste mich gerade wieder etwas heran aber ich twittere zurzeit nicht so regelmässig und auch hier auf dem Blog ist es gerade etwas ruhiger.

Ich fühle mich etwas „Social Media-müde“ und ich denke, dass das auch mit den Geschehnissen in Europa und dem Rest der Welt zu tun hat. Wir führen momentan Diskussionen über menschliche Tragödien, als ob irgendjemand das Recht hätte darüber zu entscheiden, ob jemand vor Krieg fliehen darf oder nicht. Am vergangenen Sonntag haben wir in der Schweiz über vier wichtige Vorlagen abgestimmt und gerade was bei der Durchsetzungsinitiative im Vorfeld in den sozialen Netzwerken so abgegangen ist, war schwierig für mich zu verdauen. Aber gerade wenn es um politische Themen geht, finde ich die sozialen Netzwerke wertvoll. Man wird – ob man es will oder nicht – mit Meinungen konfrontiert, die einem vielleicht gar nicht zusagen. Es ist immer einfach, wenn man einen Freundeskreis hat, der die eigene politische Gesinnung versteht aber wenn man erst mal sieht, wie viele Menschen anders denken, wird man eher aktiv und setzt sich bewusster mit einem Thema auseinander.

Man wird – ob man es will oder nicht – mit Meinungen konfrontiert, die einem vielleicht gar nicht zusagen.

Und dann denke ich mir: Ich führe einen Blog, wo ich mehrheitlich über Kosmetik schreibe. Solange mir das Spass macht, ist das okay. Aber ich muss wohl akzeptieren, dass es auch Zeiten geben wird, wo es mir nicht so Spass macht und sich dieser Blog auch mal sinnlos anfühlt, so wie gerade jetzt. Daher werde ich wohl auch nicht wöchentlich posten, so wie ich das letztes Jahr getan habe. Vielleicht fallen mir neue Themenbereiche ein, über die ich schreiben kann. Aber das ist gleichzeitig ein kleiner Selbstfindungstrip, den ich nicht unbedingt (nur) online ausleben möchte :)

Wenn ich eines aus diesen fünf Tagen mitnehme, dann wohl folgendes: Ich werde meine Online-Präsenz überdenken und meine Möglichkeiten besser nutzen. Ich werde versuchen, wieder mehr Worte mit Gewicht und weniger Banales zu posten.

– Beitragsbild: pixabay.com

Lifestyle Talk

Talk: Aufgeräumtes Leben

8. Februar 2016

Ich bin ein relativ ordentlicher und organisierter Mensch, das habe ich auch schon auf dem Blog erwähnt. Ich ziehe es vor zu wissen, was mich erwartet und auch wenn ich spontan sein kann, werde ich unruhig, wenn ich über längere Zeit keinen festen Plan habe.

Ich mag es nicht, wenn es unordentlich ist. Klar lasse ich auch mal was rumliegen aber es kommt immer der Punkt, wo ich es nicht mehr aushalte, wenn Dinge nicht an ihrem Ort liegen. Und früher oder später kommt auch immer der Punkt, wo ich in meinem Zimmer stehe und denke: Okay, ich habe zu viel Mist, ich muss entrümpeln.

Ich würde sagen, dieser Punkt kommt so ein- bis zweimal im Jahr. Meistens baut es sich langsam auf und dann nehme ich mir vor, sobald ich Zeit habe, aufzuräumen. Dieses Mal hatte ich mir vorgenommen, sobald die Seminararbeit abgegeben ist, mein Zimmer zu misten und ein paar Ecken neu zu organisieren. Aber wie das so ist, wenn ich mir etwas vornehme, habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und schon vorher angefangen (die Seminararbeit ist dennoch mehr als rechtzeitig fertig geworden, also keine Sorge ;)).

Wahrscheinlich hatte ich gerade jetzt dieses „Ich muss aufräumen“-Gefühl, weil das letzte Semester doch ziemlich anstrengend gewesen war und ich auch über Weihnachten und Neujahr fast durchgehend Arbeiten geschrieben habe oder für die mündliche Prüfung gelernt habe. Der Kopf ist irgendwann einfach voll und gerade wenn das so ist, hilft es mir sehr, mein Zimmer aufzuräumen. Aufgeräumtes Zimmer = aufgeräumtes Leben, pflege ich immer zu sagen.

Ich hatte vier Ecken in meinem Zimmer, die ich unbedingt aufräumen und neu organisieren wollte: Mein Schreibtisch, meine Schmuck-Ecke, meine Makeup-Ecke und meine Fernseh-Ecke.

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Bei der Fernseh-Ecke war es ziemlich einfach: Der Fernseher stand vorher auf einem kleinen Beistelltisch von Ikea, der vorher für einen anderen Zweck verwendet wurde. Diese neue TV-Bank aus der Lack-Serie (für unschlagbare 9,95CHF) bietet auch Platz für DVDs und sieht einfach auch hübscher aus.

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Bei meiner Makeup-Ecke hat sich eigentlich nicht viel geändert. Die Nagellacke haben eine neue Box bekommen (siehe links im Bild) und ich habe ein wenig aussortiert und sehr alte Produkte entsorgt.

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Das oben ist mein Schreibtisch. Auch hier musste ich einfach aufräumen und einige Dinge entsorgen. Nun sieht alles aufgeräumter, ordentlicher und luftiger aus. Und die Lampe ist ebenfalls neu. Die alte Bürolampe war höher und kam oben über die Schubladen, weshalb ich diese dann nie benutzt habe. (Meinen Desktop-Hintergrund habe ich übrigens über Peanuts Dich! erstellt.)

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Drei Lippenprodukte in unmittelbarer Nähe. Ja, vielleicht habe ich ein kleines Problem…

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Mit der Schmuck-Ecke bin ich noch nicht wirklich zufrieden. Ich suche immer noch nach einem schönen, nicht all zu grossen Schmuckschrank oder -kasten, um vor allem Ohrstecker gut zu verstauen. Aber ich habe mal wieder gründlich abgestaubt und aufgeräumt, was auch schon viel wert ist :)

Was man sich meiner Meinung nach immer wieder vor Augen führen muss? Man kann mit wenig viel erreichen. Ein neues Möbel, das nicht zwingend viel kosten muss, kann schon so viel verändern. Einfach mal alle Bücher aus dem Regal nehmen und neu einsortieren kann den Raum anders wirken lassen. Und wenn man ausgeräumt hat und einige Dinge gefunden hat, die noch in einem guten Zustand sind, wieso nicht mal als Verkäufer an einem Flohmarkt teilnehmen? :)

Vielleicht erinnert ihr euch noch an meinen Vorsatz für 2015: Weniger wollen und mehr brauchen. Ich muss sagen, es ist mir 2015 relativ gut gelungen, nicht all zu viel unnötige Dinge zu kaufen. Und als ich mein Zimmer aufgeräumt habe, war ich froh, dass ich keine neuen Notizbücher gekauft habe, die ich ja doch nie fülle und dass ich seit Jahren die gleichen Post-Its habe, die immer noch ihren Dienst tun. Auch mein Kleiderschrank ist sehr ordentlich geblieben und bietet sogar noch Platz, für neue Lieblingsstücke.

Und wisst ihr, was das Beste an einer solchen Aufräum-Aktion ist? Jedes Mal, wenn ich jetzt in mein Zimmer laufe, denke ich: Hach, es ist so schön aufgeräumt hier. Endlich wieder mehr Platz für neue Gedanken.

P.S. Jap, meine Lieblingsfarbe ist Blau, deshalb sind sowohl die Wände als auch viele Möbel in meinem Zimmer blau ;) Bisher ist es mir damit nicht langweilig geworden.

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Talk: Gerard

8. November 2015

Wie fängt man eigentlich einen Beitrag über einen Musiker an, den man sehr gerne mag? Vielleicht so: Ich finde, Musik in der eigenen Muttersprache ist immer etwas Besonderes. Und ich gebe zu, deutsche und italienische Musik hat es bei mir nicht immer einfach, vielleicht gerade deshalb, weil man die Sprache kennt und anders fühlt als eine Fremdsprache. Ich lege grossen Wert auf Texte und wer es schafft, gute deutsche Texte mit guten Beats zu mixen, der wird in mir vermutlich einen Zuhörer finden.

Gerard entdeckte ich Ende 2013 dank einer Freundin aus Deutschland, die in ihrem Whatsapp-Status (ja, ich lese das!) einen Youtube-Link zu einem Song von ihm hatte. Ich fand seine Musik interessant und „Alles Jetzt“ – ein Track, der erst gerade erschienen war – traf sofort einen Nerv bei mir. Kurz darauf veröffentlichte Gerard das Album „Blausicht“ und was soll ich sagen? Für mich war es eine Offenbarung. Weil die Texte die Gedanken und Zweifel der sogenannten Generation Y gut einfangen und ich mich angesprochen gefühlt habe.

Route verloren aber immerhin an Land gewonnen
Statt den Kopf in den Sand
Den Kopf durch die Wand bekommen
Ich will die Welt verstehen
Will keinen festen Plan
Sondern die Auswahl
Mir mein Leben ausmalen

– Alles Jetzt, Blausicht

Gerard ist Österreicher und machte schon sehr früh Musik. Jetzt ist er 28 und hat sich musikalisch permanent weiter entwickelt.

Was mir an Gerards Musik besonders gefällt: Ja, es ist Rap bzw. Hiphop aber weil die Texte lyrisch sind, kommt mir die Musik nicht so „aggressiv“ vor, was mir bei Hiphop manchmal etwas missfällt. Das heisst nicht, dass Gerard keine Uptempo-Nummern hat, im Gegenteil! Zu seiner Musik lässt sich sehr gut tanzen und die Beats können ganz schön durch Mark und Bein gehen.

Ich war am 1. November an Gerards Konzert in Zürich, das im Rahmen seines neuen Albums „Neue Welt“ statt fand. Es war das zweite Konzert, das ich von ihm besuchte. Im Februar 2014 war ich an der Blausicht-Tour in Zürich dabei und weil es mir so gut gefallen hatte, war klar, dass ich dieses Mal auch wieder gehen würde.

gerard zünd den regen an

Das Konzert fand im Papiersaal in Zürich statt. Das Venue ist per se schon sehr klein und einerseits fand ich es etwas schade, dass der Saal nicht voll war, andererseits hat das der Stimmung meiner Meinung nach keinen Abbruch getan und ich stand sehr weit vorne, was ebenfalls schön war. Gerard schafft es bei seinen Konzerten immer, das Publikum mitzureissen. Er ist in meinen Augen ein sehr bodenständiger Mensch, der sich ehrlich über jeden Konzertbesucher freut und nach den Konzerten nimmt er sich immer noch Zeit für seine Fans, macht Fotos mit ihnen und unterschreibt Plakate und CDs. Auch seine Band ist sehr sympathisch, wie man in seinen Tour-Vlogs sehen kann.

Das Album „Neue Welt“ ist bei mir sehr gut angekommen. In meiner Sammlung befinden sich nun seine letzten drei Alben (also Blur, Blausicht und Neue Welt) und es ist sehr spannend zu sehen bzw. zu hören, wie sich seine Musik verändert hat. Als Blur erschien, war Gerard 22 Jahre alt, bei Blausicht 26. Ich selber bin zwar noch nicht 26 aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass diese paar Jahre zwischen 20 und 30 vermutlich diejenigen sind, in denen man sich am meisten entwickeln wird. Die Themen sind bei beiden Alben ähnlich aber Blausicht klingt so viel erwachsener und abgeklärter. Das Album „Neue Welt“ ist deshalb für mich die logische Konsequenz.

Wer immer auf den richtigen Moment wartet, hat ihn verpasst
Haben nicht mehr als diese kleine unendliche Jetzt
Es hat sich alles gelohnt, jetzt ist alles groß
Alles so wie ich mir denk, endlich perfekt
Ich hab hier alles, was mir lieb ist
Das Abendrot färbt die Wellen violett
Ich bleib einfach ich selbst, der Rest ergibt sich

– Hymnen, Neue Welt

Neue Welt klingt sicherer, standhafter. Nicht von den Beats her (denn die waren bei Blausicht schon sehr gut), sondern von den Texten. Und obwohl ich glaube, dass da immer Luft nach oben sein wird, so ist Neue Welt irgendwo ein Ankommen in einer Gegenwart. Und das gefällt mir sehr.

Das war jetzt vermutlich eine sehr grosse Liebeserklärung aber hey, ich hoffe, Gerard hört nie auf Musik zu machen. Zudem würde es mich freuen, wenn ihr mal in seine Tracks reinhört. Und ich bin keine Musik-Kritikerin, nur jemand, der gerne Musik hört.

Weiterführende Links:

– Beitragsbild: Stefan Kunz (Hintergrund)